Was alles zu einem Radverkehrskonzept gehört

Die Förderung des Radverkehrs soll nicht losgelöst von anderen verkehrsplanerischen Entscheidungen stattfinden, sondern integriert sein in ein „menschengerechtes“ Verkehrsgeschehen. Die Realisierung geschieht durch bequem befahrbare Radverkehrsachsen, die alle wichtigen Ziele verbinden. In Wohngebieten ist eine flächendeckende Verkehrsreduzierung erforderlich. Der Wegfall von Kfz-Parkplätzen bringt z.B. schnell und ohne großen Aufwand neue Radverkehrsräume.

Übergeordnetes Ziel: Menschengerechter Verkehr

Die Förderung des städtischen Radverkehrs durch die Verwirklichung eines Radverkehrsnetzes kann nicht unabhängig von der Planung des städtischen Gesamtverkehrs geschehen. Ein Konzept für den Radverkehr sollte integriert sein in eine Konzeption für einen „menschengerechten Verkehr“ in der Stadt. Dies bedeutet:

Beschränkung des motorisierten Verkehrs auf den notwendigen Umfang; der Kfz-Verkehr soll sich auf Hauptverkehrsrouten konzentrieren,

  • Vorrang für Fußgänger,
  • Förderung des Radverkehrs,
  • Förderung des ÖPNV und eines Verbundes mit dem öffentlichen Fernverkehr.

Abb. 3 1 Bremen Straßenquerschnitt vor Umbau

Radverkehrsnetz - Baustein 1

Vor allem entlang der Hauptverkehrsrouten des Kfz-Verkehrs werden für den Radverkehr sichere, bequeme, zügig zu befahrende sowie umweg- und hindernisfreie Radstrecken geschaffen. Diese fließen in einem Radverkehrsnetz zusammen. Sie verbinden Vororte und Stadtteile untereinander und mit der Innenstadt. Auch alle wichtigen städtischen Funktionen und Nutzungen sind angebunden, wie Wohnungen, Schulen, Arbeitsschwerpunkte, öffentliche Einrichtungen, Geschäfte, Erholungsgebiete, Grünanlagen.

Umwege und Fahrbahnverschwenkungen werden vermieden, der Verlauf der Radtrasse ist jederzeit klar erkennbar. Vor allem die Verkehrsknotenpunkte müssen sicher und zügig überquert werden können. Der Radverkehr wird dabei nicht mit dem Fußverkehr, sondern entlang der Fahrbahn geführt, die erforderliche Fläche wird vom Kfz-Verkehrsraum abgezogen und nicht von Fußgängerwegen.

Durchzuführen ist im Zuge dessen auch eine kontinuierliche und zügige Verbesserung maroder Wege und eine Verbreiterung von Radwegen und Radstreifen auf mindestens die Normbreite. Für diese Wartung bestehender Radrouten ist eine regelmäßige Qualitätskontrolle notwendig. Nach Tiefbauarbeiten ist stets darauf zu achten, einen einwandfreien Wegebelag zu hinterlassen.

Abb. 3 2 Bremen Straßenquerschnitt nach Umbau

Radverkehrsnetz - Baustein 2

Das Stadtgebiet wird nach und nach mit einem Netz von verkehrs- und temporeduzierten Zonen überzogen, in denen sich auch der Radverkehr entfalten kann. Mittels baulicher, gestalterischer und verkehrsrechtlicher Maßnahmen wird hier eine Verkehrsberuhigung erreicht.

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