Imagewerbung für das Fahrrad und Vermittlung eines fahrradfreundlichen Klimas

Eine Imagekampagne der Stadt für das Radfahren ist von elementarer Bedeutung. Hierbei müssen, neben der Herausgabe von stadteigenen Publikationen, der Durchführung von Aktionstagen und einer Vorbildfunktion städtischer Entscheidungsträger, auch die Medien mit einbezogen werden. Zur Besserung Koordination sollte ein städtischer Fahrradverkehrsbeauftragter benannt werden.

Rahmenbedingungen für den Radverkehr sind das Eine, eine gezielte Imagekampagne für das Fahrrad das Andere!

Trotz einer guten Radverkehrsinfrastruktur ist es für die Entwicklung zu einer fahrradfreundlichen Stadt wichtig, auch aktiv das Radfahren zu propagieren. Das Image des Radfahrens ist aufzuwerten, um das Umsteigen aufs Rad attraktiv zu machen. Radfahren muss „in“ sein! Eine allgemeine Informationskampagne pro Radverkehr ist von elementarer Bedeutung. Das betrifft nicht nur den gesundheitlichen Aspekt und die klimatische und ökologische Bedeutung des Radfahrens. Aber das Wissen allein zeigt meist noch keine ausreichende Wirkung. Im Wettstreit der Verkehrsmittel unterliegt das Fahrrad oftmals auch aus Imagegründen. Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit ist es daher auch, Meinungen und Einstellungen ändern zu wollen und so zum Gebrauch der zumeist in den Haushalten vorhandenen Fahrräder zu motivieren. Zielgruppen hierfür sind:

 

  • der Schul- und Ausbildungsverkehr,
  • der Arbeitsstätten- und Berufsverkehr,
  • der Einkaufs- und Erledigungsverkehr,
  • der Freizeit- und Ausflugsverkehr.

Diese Zielgruppen sollen mit jeweils spezifischen und geeigneten Mitteln angesprochen werden.

Welche Werbemittel und Medien stehen zur Verfügung?

Ein professionelles, ansprechendes und auflockernd gestaltetes Marketing ist wichtig! Bausteine dieses Marketings können sein:

 

  • Regelmäßige, offizielle Darstellungen in der Lokalpresse, die das Ziel einer positiven Darstellung der Radfahrer verfolgen und problemlösend wirken sollen,
  • Aktionen wie Informationsveranstaltungen, Stadtteiltouren mit Politikern, Fahrradchecks, die Klimaschutzaktion „Stadtradeln“, Pannenkurse, Sternfahrten, Befragungen, Sammeln von Verbesserungsvorschlägen für das Radverkehrsnetz etc. Es können geführte Radtouren angeboten werden, z.B. zu kulturell und ökologisch interessanten Objekten im Stadtgebiet. Hier besitzt der ADFC eine langjährige Erfahrung und kann unterstützend tätig werden.
  • Erstellen von Informationsmaterialien zu einzelnen Themen (Radstadtplan, Tipps rund ums Radfahren)
  • Bereitstellen von Dienstfahrrädern mit der Aufschrift „Stadt Landshut“ und dem Stadtwappen
  • Öffentliche Vorträge und Seminare

Der städtische Radverkehrsbeauftragte

Die Rolle des städtischen Radverkehrsbeauftragten muss geschaffen werden. Denkbar wäre, dass diese Stelle direkt dem Oberbürgermeister unterstellt wird und nicht einem weisungsgebundenen Referat der Verwaltung zugeordnet ist. Der tägliche Arbeitsablauf in einer Stadtverwaltung bietet in den meisten Fällen Gelegenheit, fahrradfreundliche Regelungen einzubauen, die keine zusätzlichen Gelder erfordern und im Ergebnis äußerst wirksam sind.

Ein Fahrradbeauftragter sollte auch auf die Fahrradfreundlichkeit der Verwaltung in der alltäglichen Arbeit achten und muss dementsprechend beteiligt und positioniert sein. Er sollte eigene Ideen direkt zur Entscheidung vorlegen können und Konzepte entweder selbst erarbeiten oder eigenständig beauftragen können.

Die Rolle der Polizei

Nicht zuletzt kann auch eine positive Beteiligung der Polizei erwartet werden. Neben der verkehrsregelnden Rolle, bei der es darum geht, wirkliche Fahrradrowdys zu stellen, kann sich gerade die Polizei an einer positiven Imagekampagne für das Fahrrad beteiligen. Sie könnte sich zum Beispiel dafür einsetzen, Gefahrenvermeidung dadurch zu erreichen, dass im Sinne dieses Konzeptes eine fahrradfreundliche Stadt verwirklicht wird. Zudem sollte vermehrtes Augenmerk auf motorisierte Parksünder gerichtet werden, die Radwege oder Fahrradstreifen zuparken.

Finanzausstattung

Eine deutliche Erhöhung des Finanzetats ist für die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes nicht notwendig, wenn die oben aufgezeigte Entwicklung verfolgt werden soll. Viele Maßnahmen zugunsten eines verstärkten Radverkehrs führen im Ergebnis zu deutlichen Entlastungen an anderen Ausgabestellen (Parkplätze, Kreuzungsausbau für PKWs etc.). Radverkehrsmaßnahmen lohnen sich. Sie erfordern mitunter mehr politischen Mut als Finanzmittel. Gerade dann machen sie sich aber besonders „bezahlt“!

 

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