Abstellanlagen

Verbesserungen im Radverkehr sind nicht nur im fließenden Verkehr notwendig! Auch der ruhende Verkehr benötigt in Landshut noch viel Beachtung. Der durchschnittliche Landshuter Radständer hat mit einer echten Abstellanlage für Fahrräder noch nichts gemein und läßt sich eigentlich nur als "Felgenklemme" bezeichnen.

Aber wer ein hochwertiges Fahrrad oder gar ein Pedelec sein eigen nennt, will dafür auch einen geeigneten Abstellplatz, der bei Benutzung keinen Schaden am Rad verursacht. 

Gute Abstellanlagen sollen aus Sicht des ADFC unter anderem

  • bequem und einfach benutzbar sein, sowie das Fahrrad gegen Beschädigungen schützen
  • das Anschließen des Rahmens sowie des Vorder- oder Hinterrades mit einem kurzen Schloss ermöglichen
  • Fahrräder mit verschiedenen Geometrien und Lenkerformen, -breiten aufnehmen können
  • das Umschlagen des Lenkers und das Wegrollen des Fahrrades verhindern, damit Fahrräder auch bei Seitenwind oder Belastung (z.B. Kindersitz oder Einkaufskorb) stabil stehen, auch wenn sie (noch) nicht angeschlossen sind
  • Passanten vor Verletzungsgefahr schützen
  • sicher gegen Vandalismus sein
  • einen ausreichenden Abstand zwischen den abgestellten Fahrrädern gewährleisten, damit ein leichtes Ein- und Ausparken, sicheres Anschließen des Fahrrades, sowie bei Be-/Entladen ohne Beschädigung von Nachbarrädern sowie der eigenen Kleidung möglich ist.

 

Runter vom Rad in der Stadt...

... wollen selbst engagierte Fahrradfahrer in Landshut. Natürlich erst, wenn das Fahrtziel Arbeitsstelle, Schule oder Ladengeschäft erreicht ist. Aber wohin mit dem Rad, wenn man kein „Pocket-Bike“ hat?

Die Bedeutung guter Fahrradstellplätze wurde bisher unterschätzt. Ob eine Fahrt mit dem Fahrrad unternommen wird, hängt auch von den Bedingungen am Zielort ab. Wenn Fahrräder bei Fahrtantritt schnell erreichbar sind und beim Abstellen am Ziel sicher geparkt werden können, erleichtert dies die Fahrradnutzung ungemein. Umgekehrt schrecken Abstellanlagen, die Diebe gerade zu einladen eher von der Benutzung des Fahrrads ab.

Abb. 6 1 Landshut, Neustadt

In Landshut bietet sich gerade in der Altstadt ein chaotisches Bild. Wegen der in Qualität und Quantität unzureichenden Abstellanlagen werden die Räder kreuz und quer abgestellt. Auch sonst müssen die Räder in der Stadt oft mangels geeigneter Möglichkeiten an Hausmauern oder vor Schaufenstern abgestellt sowie ungünstig an Pfosten angekettet werden.

Was wird benötigt…

Fahrradstellplätze müssen zunächst einmal schnell, sicher und radelnd erreichbar sein. Sie sollten so nahe wie möglich an den Quell- und Zielorten der Radfahrer liegen. Wild geparkte Räder sind ein guter Indikator dafür, wo Stellplätze fehlen.

Abb. 6 2 Landshuter Klinikum: vorbildliche Abstellanlagen

Abstellanlagen können relativ einfach und kostengünstig errichtet werden. Allerdings dürfen das keine „Vorderradklemmen“ sein, sondern es muss möglich sein, wie von der Polizei empfohlen, den Rahmen mit Vorder- oder Hinterrad anzuschließen. Fahrräder werden öfter gestohlen als Autos!

…und wo?

Langsam werden auch in Landshut die Zeichen der Zeit erkannt, wenngleich gerade bei Radabstellanlagen noch vieles zu tun bleibt. Die Tatsache, dass die Investitionen in vernünftige Abstellanlagen für die nächsten Jahre wohl den größten Teil der Ausgaben für den Radverkehr beanspruchen werden, ist aber einzig dem Umstand geschuldet, dass hier Jahre lange Versäumnisse aufzuholen sind.

Vorrangig sind in Landshut noch Verbesserungen an folgenden Örtlichkeiten notwendig:

 

  • Altstadt: momentan ist die Situation völlig inakzeptabel, daher: Ersatz der Vorderradklemmen durch die von uns vorgeschlagenen Anlagen und zusätzlich neue Abstellanlagen im Bereich des Rathauses, Narrenbrunnens und der Martinskirche
  • CCL: sowohl unmittelbar vor dem City-Center als auch vor der Sparkasse müssen ebenfalls die Vorderradklemmen durch echte Abstellanlagen ersetzt werden. Gerade während des Wochenmarktes ist hier der Umfang des vorhandenen Defizits deutlich erkennbar. Gerade hier, wenn PKW-Stellplätze aufgrund des Wochenmarktes fehlen sind ausreichende Fahrrad­ab­stell­anlagen eine besonders sinnvolle Investition!
  • Ländtor: für die Innenstadtbesucher aus Altdorf, dem Ludmillaviertel, der Bayerwald- und Wolfgangsiedlung ist das Ländtor der zentrale Ankunftspunkt in die Innenstadt. Da es auch ausreichend Platz bietet sollten die Fahrradparkplätze hier massiv ausgebaut werden. Mit Blick auf die steigende Bedeutung des Fahrradtourismus sind hier dauerhaft auch geschlossene Fahrradboxen als Mietlösung für Fahrradtouristen mit Gepäck anzubieten, damit diese ungestört die Innenstadt besichtigen können und ihr Fahrrad samt Gepäck sicher verwahrt wissen, während sie z.B. im Cafe sitzen oder die Museen besuchen.
  • Neues Rathaus: die Fahrradstellplätze sind sowohl für Besucher als auch für die Beschäftigten unzureichend. Gerade die Stadt Landshut sollte hier auch in ihrer Funktion als Arbeitgeber im Rahmen des Gesundheitmanagments mit gutem Vorbild vorangehen. Die Erfahrungen aus der gemeinsamen AOK-/ADFC-Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ zeigen deutlich, dass Beschäftigte, die täglich mit dem Rad zur Arbeit fahren wesentlich weniger Fehlzeiten durch Krankheit ausweisen als andere.
  • Schwimmschule: in den Sommermonaten wird die Schwimmschule sehr stark vom Fahrradverkehr frequentiert. Dem sollte schnellstmöglich durch ausreichende und geeignete Abstellanlagen entsprochen werden.

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